Abschied von Niko

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde, die ich in meinen Seminaren ein kleines Stück auf ihrem Weg begleitet habe,

ich möchte euch teilhaben lassen an einem für mich und meine Frau Mäggie einschneidenden Lebensereignis. Im Juli 2011 ist unser Sohn Niko in Athen gestorben.

Abschied von einem ungewöhnlichen und geliebten Menschen

tanzen

Der Tod unseres Sohnes Niko berührt uns und unsere Freunde und viele Menschen, die wir im Leben kennengelernt haben. Unser Sohn Niko ist während unseres Urlaubs in Athen durch einen Infekt und eine anschließende fiebrige Lungenentzündung in den Armen seiner Eltern gestorben. Er starb am Sonntag, den 17. Juli 2011 in einer Klinik, in die er zwei Tage zuvor eingeliefert wurde. Niko wurde 32 Jahre alt. Er wurde am 23. Juli 2011 in Mani in Stavri (im Süden Griechenlands) im engsten Familienkreis begraben, dort wo auch die Urgroßeltern im Familiengrab beigesetzt sind.

Wir sind verständlicherweise stark betroffene Eltern. In der tragenden Umgebung von Freunden und Verwandten konnten wir viele unserer berechtigten Gefühle und Tränen über den Tod unseres Kindes und die schwierige Zeit seines Sterbens in der Klinik gewinnen. Dieser Schmerz wird uns bis ans Ende unseres Lebens begleiten. Da wir ihn ungehindert ausdrücken und unsere Gefühle frei äußern, kann der Schmerz uns aber nicht verletzen oder ängstigen. Wir vertrauen, dass er mit der Zeit weicher werden wird und keine seelischen Wunden hinterlassen wird.

Wir vertrauen sogar darauf, dass diese natürlichen schmerzlichen Gefühle uns unterstützen, die Erinnerung an unseren geliebten Sohn zu bewahren. Sie werden uns immer wieder von Neuem an die gelebte Zeit mit ihm erinnern.

Wir sind froh, dass es Niko gegeben hat. Er hat unser Leben mit seiner Geburt und mit seinem Tod total verändert. Schließlich hat er dadurch das Lebendige in uns gestärkt.

Nikos Nachlass für uns und für viele, die ihn geliebt haben, ist, dass die Liebe, die er von uns bekommen hat, jetzt zu uns selbst zurückkehren kann. Jetzt wollen wir die gewonnene Zeit mit Liebe und Fürsorge für uns neu gestalten. So unterstützen wir unsere Lebendigkeit und die Erinnerung an Niko. Sicher würde er sich freuen, wenn er sehen könnte, dass es uns dadurch trotzdem „gut geht“.

Margarita und Jorgos Canacakis, im August 2011